Ganz ohne Milch?! Milch gesundheitlich beleuchtet

 

Es ist für Menschen nicht natürlich Kuhmilch zu trinken. Die menschliche Milch (Muttermilch) ist für den Menschen. Kuhmilch ist für Kälber.
Sie brauchen weder Kuhmilch noch Rattenmilch, Pferdemilch oder Elefantenmilch. Kuhmilch ist eine fettreiche Flüssigkeit, die exquisit dafür entworfen wurde, um ein Babykalb zu einer Kuh wachsen zu lassen. Das ist die Hauptaufgabe von Kuhmilch und nichts anderes!“
(Dr. Michael Klaper MD, amerikanischer Arzt, veganer Gesundheitsberater, Konferenz- und Veranstaltungsredner sowie ein Autor)

 

Nach allem, was ich mir über Milch und ihre Wirkung auf die menschliche Gesundheit angelesen und angehört habe, möchte ich in diesem Artikel einen Ausschnitt des Buchs „Vegan-Klischee, ade“ von Niko Rittenau (Ernährungsexperte, Hochschuldozent, Seminarleiter und Speaker) zitieren. Für weitere Fragen zu veganer Ernährung kann ich dir seinen Youtube-Kanal empfehlen.

Ganz ohne Milch?! Kalzium und Protein rein pflanzlich decken.

 

Bild von Niko Rittenau

Die Werbung suggeriert uns, dass Milch- und Milchprodukte ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Speiseplans sind, damit wir starke Knochen bekommen. Über die Jahrzehnte hinweg haben sowohl in Deutschland als auch in den Vereinigten Staaten dutzende Prominente ihr Gesicht für die Bewerbung von Milch hergegeben und Spots wie „Die Milch macht’s“ sollen dem Zuschauer die gesundheitlichen Vorteile von Kuhmilch durch die Werbung suggerieren. Aber ist es nicht eine sprichwörtliche „Milchmädchenrechnung“, dass wir als Menschen im Erwachsenenalter die Muttermilch einer artfremden Spezies benötigen, um unsere Knochen zu erhalten?

Aus epidemiologischen Studien kennen Forscher den Zusammenhang, dass Personen mit hohem Milchkonsum nicht nur keine niedrigeren Osteoporose- und Hüftfrakturraten, sondern zum Teil sogar höhere Raten aufweisen33. Der Konsum von Milch scheint darüber hinaus aufgrund ihres sehr hohen Gehalts an gesättigten Fetten, Cholesterin, Östrogenen34 und anderen Wachstumshormonen35 ein erhöhtes Risiko für eine ganze Reihe an Folgeerkrankungen mit sich zu bringen. Dazu zählen krankhafte Hautveränderungen wie Akne36 aber auch (hormonsensitive) Krebsarten wie Prostatakrebs37,38. Darüber hinaus scheinen Kinder, die zu früh abgestillt werden und stattdessen Folgemilchprodukte auf Tiermilchbasis bekommen, ein erhöhtes Risiko für Typ I Diabetes zu haben39.

Bild von Paul Brennan (Pixabay)

Dr. Claus Leitzmann schreibt in seinem Buch „Vollwert-Ernährung“, dass Milch, wie alle tierischen Produkte mit hohem Proteingehalt, als Säurebildner in unserem Körper verstoffwechselt wird. Entgegen der langjährigen Hypothese scheint diese erhöhte Säurelast im Körper aber nicht durch das Kalzium im Knochen abgepuffert zu werden40,41. Die Säurelast wird neueren Untersuchungen zufolge weniger durch Kalzium aus dem Knochen als vielmehr durch Aminosäuren aus der Skelettmuskulatur neutralisiert, aus denen der Körper Substanzen synthetisieren kann, welche die überschüssige Säurelast abpuffern42. Dies könnte den im Alter oft beobachteten Muskelverlust in ein neues Licht rücken, den wir bisher als normales Zeichen des Alterns wahrgenommen haben. So könnte eine Atrophie der Muskulatur, also ein Abbau der Skelettmuskulatur, am Ende weniger ein Zeichen des höheren Alters als vielmehr ein Zeichen von einer jahrzehntelangen falschen Ernährungsweise sein.

Das liefert uns aber trotzdem noch keine Lösung für die Beobachtung mit der erhöhten Rate an Osteoporose und Hüftfrakturen in Ländern mit hohem Milchkonsum. Die Antwort auf dieses Rätsel wird wie so oft vermutlich nicht monokausal sein, aber ein Teil der Antwort könnte die sogenannte Galactose (Schleimzucker) in der Milch sein, die bei einer seltenen Stoffwechselstörung namens Galactosämie sogar zum Tod führen kann43. Wissenschaftler haben die Hypothese aufgestellt, dass dieser Schleimzucker auch bei Menschen ohne dieser Erkrankung und daher ohne akute Beschwerden trotzdem negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Knochen haben kann und ein mögliches Erklärungsmodell für die steigende Osteoporoserate mit steigendem Milchkonsum in epidemiologischen Untersuchungen liefern könnte44.

Kommen wir auf unsere anfangs gestellte Frage zurück: Ist es möglich, seinen Kalziumbedarf rein pflanzlich zu decken? Oder müssen all die Begleitstoffe in der Milch sowie das Leid der Kuh, des Kälbchen und die negativen Auswirkungen auf die Umwelt in Kauf genommen werden, damit unsere Knochen genügend Kalzium bekommen? Die Sachlage ist eindeutig.

Bild von Lisa Redfern (Pixabay)

Auch rein pflanzlich kann man seinen Kalziumbedarf spielend decken. Immerhin kommen alle Mineralstoffe und Spurenelemente erstmals aus der Erde und werden von Pflanzen gespeichert, die dann von pflanzenfressenden Tieren verzehrt werden. Ich bekomme meine Proteine, mein Eisen und alle anderen essenziellen Nährstoffe lieber ohne den Umweg über das Tier direkt von der Pflanze. Das spart Ressourcen und ich kann viele Begleitstoffe wie gesättigte Fette und Cholesterin vermeiden, die tierische Produkte zwangsweise mitbringen.

Dass wir vermutlich täglich gar nicht die offiziell empfohlenen 1000 mg Kalzium zu uns nehmen müssen, zeigen Untersuchungen, die gar keinen Unterschied in der Knochengesundheit zwischen Personen mit einer täglichen Aufnahme von 600 mg und einer Aufnahme von 1200 mg Kalzium feststellen konnten45. Unter 600 mg sollte die tägliche Aufnahme jedoch nicht liegen. Auch wenn wir vielleicht nicht die vollen 1000 mg benötigen, würde ich im Zweifelsfall lieber die 800 mg als Minimum anpeilen.

 

Sollten wir trotzdem 1000 mg oder mehr aus Pflanzen aufnehmen ist das auch völlig in Ordnung, aber wir sollten stets im Hinterkopf behalten, dass wir vielleicht gar nicht zwingend so viel benötigen. Milch enthält im Schnitt etwa 120 mg Kalzium auf 100 ml. Den gleichen Wert von 120 mg enthalten auch diverse Pflanzenmilchsorten in Bioqualität, wenn diese mit dem Zusatz „+Kalzium“ gekennzeichnet sind. Hier wird aber nicht einfach Kalzium zugesetzt, sondern ein ganz spezielles und noch wenig bekanntes Lebensmittel namens „Lithothamnium Calcareum“ zugegeben. Dieser Name bezeichnet eine ursprünglich rote Kalkalge, die im Meerwasser an Küsten wächst und im Handel als getrocknetes Pulver angeboten wird.

 

Das Pulver ist allerdings weiß, da die Alge während dem Trocknen ihre Farbe verliert. Dadurch, dass die Alge im Meer wächst, hat sie mitunter auch einen recht hohen Jodgehalt, was uns auch bei der Deckung des im nächsten Kapitel besprochenen Jodbedarfs ganz ohne den Verzehr von Fischen zugutekommt. Die Kalkalge ist so sagenhaft reich an Kalzium, dass sie auf 100 g Trockengewicht im Durchschnitt zirka 30.000 mg Kalzium enthält. Daher reichen bereits etwa 3 g aus, um den kompletten Tagesbedarf in Normhöhe und vermutlich bereits 2 g um den vermuteten tatsächlichen Bedarf zu decken.

Bild von Alexas Fotos (Pixabay)

Einige Lebensmittel wie Brokkoli, Spinat, Grünkohl und Brennnesseln sind ebenfalls besonders reich an Kalzium. Auch viele Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Samen und Nüsse liefern ebenfalls bedeutende Mengen an Kalzium für unsere Knochen. Gehemmt wird die Aufnahme von Kalzium durch Phytinsäure (z.B. Getreide) und Oxalsäure (z.B. Spinat) wobei sich die Oxalsäure im Spinat durch Kochen und die Phytinsäure im Getreide durch Einweichen, Keimen und Kochen ebenfalls reduzieren lässt. So kann eine vollwertige pflanzliche Ernährung auch ohne diese Kalkalge unseren Tagesbedarf spielend decken. Manche Mineralwässer wie „Aqua Römer“ enthalten ebenfalls so viel Kalzium, dass bereits die täglichen 2 L Wasser, die wir ohnehin trinken müssen, unseren kompletten Tagesbedarf an Kalzium decken, wenn es sich dabei um sehr kalziumreiche Wässer handelt. Dies trifft allerdings nicht auf alle Mineralwässer zu. Der tägliche Bedarf an Kalzium für Schwangere und Stillende ist übrigens gleich hoch wie jener von Frauen im selben Alter, die nicht stillen oder schwanger sind46.“

Ich hoffe, der Artikel war informativ für dich und hat dir geholfen.
Mehr Informationen über die Vorteile pflanzlicher Ernährung findest du in Niko Rittenaus Buch „Vegan-Klischee ade“ und auf seiner Webseite.
Ich danke an dieser Stelle Niko, der uns hier seine Arbeit zur Verfügung gestellt hat!

Hier habe ich nun noch ein Rezept für „Goldene Milch“ für dich!

Die Goldene Milch ist ein gesunder Drink mit dem Superfood Kurkuma.
Sie besteht aus Pflanzenmilch, Kurkuma, Ingwer und einigen weiteren Zutaten. Sie schmeckt sehr lecker, wärmt den Körper, soll stark entzündungshemmend wirken und vor Erkrankungen der Gelenke schützen.

Bild von Ajale (Pixabay)

  • 360 ml ungesüßte Hafermilch oder Mandelmilch1 ½ Tassen
  • 360 ml Kokosnussmilch1 ½ Tassen
  • 1 ½ TL Kurkumapulver oder frische Kurkuma Wurzel *
  • ¼ TL Ingwerpulver oder frische Ingwer Wurzel *
  • ¼ TL Zimtpulver oder eine Zimtstange
  • 15 g Kokosnussöl1 EL
  • Eine Prise frisch gemahlener Pfeffer (verstärkt die Bioverfügbarkeit von Kurkumin)
  • 2 TL Kokosnusszuckeroder Ahornsirup
  1. Alles zusammengeben und unter Rühren in einem Topf heiß werden lassen
  2. Bevor es kocht vom Herd nehmen, abkühlen lassen und genießen
  3. Achtung: Kurkuma färbt stark ab, wenn du damit in direkte Berührung kommst

Das Rezept und viele weitere vegane Rezepte findest du bei Caro unter https://www.veganevibes.de

Alles Liebe,
Deine Brigitte

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