Meditation bei Stress: der Mut, an die Ursachen zu gehen

Raus aus dem Gedankenkarussell

Die zwei häufigsten Anliegen, weswegen Menschen mit Meditation beginnen, sind: Hilfe bei Stress und die Verbindung zu sich selbst (wieder) zu finden.

Den größten Stress produzieren wir dabei selbst: unsere Gedanken überschlagen sich. Unsere Fragen, To-do´s, Glaubenssätze und so weiter drehen sich permanent im Kreis und kosten uns viel Energie.
Wenn wir uns hinsetzen, bewusst in den Körper einziehen und beim Atem sind, kann es sein, dass uns dieses Gedankenkarussell erst wirklich bewusst wird und dass wir es nicht so schnell stoppen können.
Die gute Nachricht ist: innezuhalten, den Geist zu beobachten und beim Atem zu sein, beruhigt schon den Gedankenstrom! Wir sind ihm nicht mehr ausgeliefert, sondern können unseren Geist tatsächlich schulen, den Gedankenstrom langsamer und ruhiger werden zu lassen.

 

Äußere Stress-Faktoren

Äußere Faktoren für Stress können zum Beispiel sein:

  • hohe Anforderungen unseres Umfelds an uns,
  • Lärm, Hitze, Kälte, ein Überangebot an Reizen und
  • intensive Ereignisse, wie der Verlust eines Menschen, Scheidung, Trennung, Unfall und so weiter.

ABER: die äußeren Faktoren führen nicht unbedingt zu Stress. Wäre das so, wären alle Menschen unter denselben Bedingungen gestresst. Nur: während zum Beispiel meine Freundin von Hitze gestresst ist, kann sich mein Körper bei hohen Temperaturen erst richtig entspannen.

Das heißt, äußere Faktoren können uns in Stress versetzen während sie andere Menschen gar nicht berühren. Und sie sind – außer den letzteren der aufgeführten Beispiele – eher noch zu händeln, indem wir uns zum Beispiel bei Lärm distanzieren oder sich etwas in die Ohren tun, uns bei Hitze abkühlen, uns bei Kälte aufwärmen und so weiter.

 

Innere Stress-Faktoren

  • Viel Aktivität und wenig Entspannung
  • Ehrgeiz und perfektionistische Anforderungen von uns an uns selbst
  • Angst vor Ablehnung, das Bedürfnis nach Anerkennung und Beliebtsein
  • Angst vor Verantwortung
  • Selbstzweifel und Angst vor Kritik
  • Nicht „nein“ sagen zu können
  • Probleme, mit persönlichen und seelischen Problemen umzugehen
  • schlechtes Zeitmanagement

Bei diesen Faktoren gibt es häufig innere Antreiber, die unbewusst aktiv sind und die wir nicht immer schnell erkennen können. Dabei hilft uns die Meditation enorm.

Durch Meditation hast du auf einmal eine Wahl!

Um die inneren Ursachen für unseren Stress zu erkennen, braucht es Mut.
Uns ehrlich hinzusetzen und uns zum Beispiel zu fragen: geht es mir um Anerkennung? Geht es mir um Sicherheit? Möchte ich eine vermeintliche Harmonie aufrechterhalten? Habe ich Angst vor Konflikt? Wem oder was möchte gerecht werden?
Wenn unser Geist ruhig wird und wir uns fühlen, kann es sein, dass uns einige mentale Glaubenssätze oder Ängste begegnen, die erstmal nicht so angenehm sind. Gleichzeitig ist es eine große Chance zur Befreiung, wenn diese Dinge da sein können und wir erkennen, was uns permanent innerlich antreibt, stresst und unter Druck setzt.
In dem Erkennen selbst, liegt eine Wahl! Wirst du dir bewusst, hast du eine Wahl!
Erlaube dir, zu fühlen, zu erkennen und wieder zu fühlen.

Mut zur Veränderung

Ich habe eines Tages durch meine Meditationspraxis gemerkt, dass mich meine Umgebung zu sehr beeinflusst hat und egal, was ich getan habe, um wieder bei mir anzukommen, es hat nicht mehr gewirkt bzw. die Ablenkungen waren zu massiv.

Bzw. ich wollte einfach nicht mehr, dass meine spirituelle Praxis nur dafür da ist, damit ich halbwegs gut durch den Tag komme. Darin sehe ich inzwischen auch nicht mehr den tieferen Sinn einer spirituellen Praxis. Sie hilft uns ja eher, unser Herz zu entdecken und zu lernen, ihm zu folgen, als es an einen Ort zu schicken, der nicht unserem Inneren entspricht und an dem wir dann üben, damit wir es dort aushalten.
Meine Grenze war in meiner Arbeit damals erreicht, als der Verkaufsdruck größer wurde, die Musik im Laden lauter, wir bestimmte Kleidung tragen mussten und die Fenster durch Regalwände geschlossen wurden. Ich hatte nach all den Jahren auch das Gefühl, dass es dort nichts mehr für mich zu lernen gab, also innerlich. Als ich dann im Laden stand und mir die Tränen herunterliefen, wusste ich, ich kann mir das nicht länger antun.
Ich habe meinen Mut zusammengenommen und eine Veränderung eingeleitet.
Erlaube dir also auch diese Frage zu stellen und das erfordert Mut, ob die Lebenssituation oder deine Umgebung, die dich dermaßen stresst, noch die richtige ist und wie es sich verändern ließe.

Frage dich, was die Alternative zur Veränderung wäre!
Möchtest du Meditation nutzen, um dich zu heilen, um andere Ebenen deines Daseins kennenzulernen, um dein Leben und Beziehungen erfüllend zu gestalten oder um den Stress des Tages abzubauen von Tätigkeiten oder an Orten, die es möglicherweise für dich nicht mehr sind?

 

Meditation als Hilfe: Was du immer wieder tun kannst

  • Halte inne – nimm dir Zeit für dich
  • Nimm den Stress als Startpunkt deiner Meditation! Wende dich nicht davon ab, indem du „nur“ Entspannung suchst.
  • Spüre dich und erlaube dir, tiefer zu gehen.
  • Werde dir über die Stressursachen bewusst – in deiner Umgebung und in deinem Inneren
  • Welche äußeren Umstände stressen dich? Welche inneren Überzeugungen erzeugen Stress?
  • Hab den Mut zur Veränderung
  • Bewusstwerdung ist der erste Schritt zur Veränderung und wir fühlen uns Stress nicht mehr hilflos ausgeliefert

 

Ich wünsche dir viele entspannende Erkenntnisse!
Deine Brigitte

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